Mein Leben ist ein offenes Buch. Ich lade Sie ein, durch dieses Buch zu blättern.

Die in Leipzig lebende und arbeitende Ägypterin Mona Ragy Enayat malt und zeichnet, schafft originalgrafische Blätter und Plakate, sie schreibt Gedichte und Geschichten, die sie selbst illustriert und als Bücher herausgibt, sie textet und komponiert Lieder, die sie ebenso wie klassische arabische Gesänge zur Laute vorträgt. Darüber hinaus spricht sie neben Arabisch und Deutsch auch Englisch und Französisch, wenn es sich ergibt dolmetscht sie und sie engagiert sich in der internationalen Frauenbewegung.

Im Zentrum all meines künstlerischen Tuns standen und stehen immer Menschen – zumeist im thematischen Kontext von „Begrenzungen“. Begrenzungen sind immer Auswirkungen der Unterdrückungsverhältnisse, in denen die überwiegende Mehrheit der Menschheit lebt.

Begrenzungen oder Beschränkungen gibt es auf unterschiedlichen Ebenen und in unterschiedlichen Bereichen: Dogmen und politischen Machtverhältnisse fesseln die freie Selbstbestimmung. Verinnerlichte Unterdrückung betäubt das Wahrnehmungsvermögen, behindert die Fähigkeit, sich gegen Erniedrigung zur Wehr zu setzen. Diese Kette der Zusammenhänge ließe sich fortsetzen, zahllose Beispiele könnte ich aufführen…

Das Umgehen mit Begrenzungen, das Reagieren auf Beschränkungen spiegeln die individuelle menschliche Vielfalt – von Hilflosigkeit, von Flucht in Magie bis hin zum zwanghaften Leben mit einer Maske.

Auf meinen Lebenswegen zwischen verschiedenen Kulturen – ob in meiner Heimat Ägypten oder in Deutschland, wo ich jetzt überwiegend lebe – war die Konfrontation mit Widersprüchen, mit notwendigen Kompromissen auch der Begrenzung, eine ständige Begleiterin. Diese Erfahrungen begründete meine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema „Verschmelzung und Begrenzung“ – die Gleichzeitigkeit von Logischem und Unlogischem, von Nacktheit und Verschleierung.

Kunst ist für mich immer die Reflektion meines Alltages, meines sozialen Umfeldes, meiner Wahrnehmung und meiner Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Prozessen.

Die Trennung von Staat und Religion, die Freiheit der Kunst und der Wissenschaft sowie die Gleichheit vor dem Gesetz – all diese liberalen undsozialen Werte gelten für mich als Inspirationen und gesellschaftliche Errungenschaften.

Kunst ist für mich ein Mittel, Menschen miteinander zu verbinden. Sie wird von Menschen, für Menschen und über Menschen gemacht.

Re-Connect war für mich eine sehr erfolgreiche Ausstellung und ich bin dankbar, ein Teil von ihr gewesen zu sein. Allerdings empfinde ich mich nicht als migrantische Künstlerin, da dieser Begriff für mich eher separiert als integriert. Ich würde mir wünschen, dass die Diversität mehr der individuellen Bereicherung der Kunstwelt dient.

Picasso wurde in Spanien geboren, lebte in Frankreich und wurde nicht als migrantischer Künstler beschrieben. Künstler*innen repräsentieren kein Land, keine Religion oder Rasse. Kunst repräsentiert ihre Glaubwürdigkeit nur gegenüber sich selbst und gegenüber der Menschheit. 

Leipzig, April 2024.

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Ursprung

„Mein Ursprung ist dein Ursprung, mein Name ist Mensch“

— Mona Ragy Enayat

Existenz

„Wenn die Welt dir keine Blumen schenkt, mach deine Existenz zu einem Garten für die Welt“

— Mona Ragy Enayat

Liebe

„- Geburtsort: Erde – Rasse: Mensch – Politik: Freiheit – Religion: Liebe“

heute

„…wenn wir heute nichts tun, leben wir morgen wie vorgestern!“

— Malerin Annemirl Bauer

Freiheit

„Freiheit braucht Entschlossenheit“

— Mona Ragy Enayat, Plakat, Leipzig, Herbst 1989

brücken

„Von Anfang an habe ich mir gesagt, mein Hiersein in Deutschland soll als Brücke zwischen den Kulturen dienen.”

— Mona Ragy Enayat

IMPRESSUM

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